Was muss man über Haarausfall bei Kindern wissen?


Haarausfall bei Kindern wird häufig beobachtet und zeigt, dass diese Erscheinung nicht unbedingt etwas mit dem Alter zutun haben muss.

Betroffene Kinder haben jedoch in den meisten Fällen zwei entscheidende Vorteile:

  • Erstens verschwindet der Haarausfall oftmals genauso schnell, wie er gekommen ist.
  • Zweitens reagieren Kinder besonders gut auf naturheilkundliche Behandlungsmethoden. So ist es möglich, ohne die chemische Keule dem kindlichen Haarausfall mit äußerst einfachen und noch dazu nebenwirkungsfreien Mitteln ein Ende zu setzen.

Naturheilkunde ist die bessere Wahl für Ihr Kind

Im Rahmen der Schulmedizin werden von Haarausfall betroffenen Kindern allzu oft cortisonhaltige Präparate oder synthetische Substanzen zur Anregung des Haarwuches verabreicht. Leider haben diese Arzneimittel meist unangenehme Nebenwirkungen, die den kindlichen Organismus zusätzlich belasten.

Natürliche Behandlungsmethoden sind im Kampf gegen Haarausfall bei Kindern jedoch viel effektiver und schonender. Bringen diese ersten Versuche keinen Erfolg, empfiehlt es sich, mit Ihrem Kind einen naturheilkundlichen Arzt oder qualifizierten und erfahrenen Homöopathen aufzusuchen.

Um eine Veränderung herbeizuführen ist es jedoch immer notwendig, die Ursache für den (plötzlichen) Haarausfall Ihres Kindes zu finden. Die Gründe für Haarausfall bei Kindern sind vielfältig, die wichtigsten möchten wir Ihnen nachfolgend aufzeigen.

Pilzinfektion auf der Kopfhaut

Ein durch eine Pilzinfektion der Kopfhaut (Tinea capitis) ausgelöster Haarausfall kann extrem stark ausfallen. Diese Infektion ist zwar nicht gefährlich, aber äußerst unangenehm.

Die Infektion wird durch unmittelbaren Kontakt übertragen. Dies kann durch die gemeinsame Nutzung von Bürsten, Handtüchern oder Kämmen geschehen. Nicht nur aus diesem Grund sollte jedes Familienmitglied seine eigenen persönlichen Pflegeutensilien zur Verfügung haben.

Kreisrunder Haarausfall

Der sogenannte kreisförmige Haarausfall (Alopecia areata) kommt auch bei Kindern vor und kündigt sich meist ohne große Vorwarnung an. Weder Juckreiz, Schmerzen oder Rötungen deuten auf einen bevorstehenden Haarausfall hin. Kahle Stellen erscheinen oftmals ganz plötzlich. Die betroffenen Stellen sind meist rund oder oval, jedoch immer scharf begrenzt.

In den meisten Fällen wachsen die Haare von selbst wieder nach – im Normalfall innerhalb eines Jahres – und das ganz ohne Behandlung. Die Ursache für diese Erkrankung ist nach wie vor unbekannt. Die Schulmediziner zählen Alopecia areata deshalb zu den Autoimmunkrankheiten.

Autoimmunerkrankung ist in der Medizin ein Überbegriff für Krankheiten, deren Ursache eine überschießende Reaktion des Immunsystems gegen körpereigenes Gewebe ist. Irrtümlicherweise erkennt das Immunsystem körpereigenes Gewebe als zu bekämpfenden Fremdkörper. Dadurch kommt es zu schweren Entzündungsreaktionen, die zu Schäden an den betroffenen Organen führen. (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Autoimmunkrankheiten)

Vermutet wird also eine Fehlfunktion des körpereigenen Immunsystems, das urplötzlich und ohne erkennbaren Grund die Haarfollikel angreift. Ausgelöst wird kreisrunder Haarausfall bei Kindern oftmals durch ein vom Kind erlebtes Trauma.

Haarausfall durch mechanische Reizung (Traktionshaarausfall)

Von Haarausfall dieser Art sind mehr Mädchen als Jungen betroffen. Haarverlust entsteht, weil die Haare einem permanenten Zug ausgesetzt sind. Zu starkes Kämmen oder unvorteilhafte Haargummis, die die Haare zum Pferdeschwanz oder zu (straff geflochtenen) Zöpfen zusammenhalten, verursachen eine mechanische Reizung.

Sind die Haare besonders empfindlich, kann das zu Haarausfall führen. Das Kind verliert dann am Stirnansatz oder an den Seiten vermehrt Haare. Aber auch synthetische Shampoos gegen Haarausfall und andere Haarpflegeprodukte können erheblichen Schaden an empfindlichem Kinderhaar anrichten.

Haarausfall und frühkindliche Krebserkrankung

Oftmals wird hier einen Zusammenhang vermutet. Kindlicher Haarausfall kündigt aber keine Krebserkrankung an. Es ist eher so, dass das Kind erst nach Beginn einer Chemotherapie oder einer abgeschlossenen Strahlentherapie Haare verliert. Nicht der Krebs selbst, sondern die Krebsmittel sind für den Haarausfall verantwortlich.

Kindliche Zwangsneurosen (Trichotillomanie)

Auch Kinder haben Stress – manche verkraften ihn besser, andere schlechter. Die Folge von unbewältigtem Stress können kindliche Zwangsneurosen sein. Beobachten Sie ihr Kind oftmals dabei, dass es sich – völlig unbewusst – immer wieder an den Haaren zieht (Pinzettengriff mit Daumen und Zeigefinger) oder einzelnen Haarsträhnen oft bis „zum Anschlag“ um den Finger wickelt, sollte das für Sie ein Alarmzeichen sein.

Auch wenn Sie am Morgen ungewöhnlich viele Haare auf dem Kopfkissen vorfinden, kann das auf eine Zwangsneurose hindeuten. Nicht nur Krankheiten, insbesondere emotionaler Stress kann Haarausfall bei Kindern verursachen. Ist die Stresssituation überwunden, wachsen die Haare wieder nach. Hält der Zustand jedoch an, brauchen Sie Hilfe.

Natürliche Behandlung von Haarausfall bei Kindern

Je nach Diagnose sind bei kindlichem Haarausfall unterschiedliche Behandlungsmethoden angezeigt.

Ist die Kopfhaut Ihres Kindes von einem Hautpilz befallen, ist eine gemeinsame Nutzung von Handtüchern, Haarbürsten und Kämmen absolut tabu (das sollte sie sowieso sein!). Bettwäsche (vor allem Kopfkissenbezüge) so heiß wie möglich waschen, um anhaftende Pilzsporen zu vernichten und auszuspülen.

Mit ein paar Tropfen ätherischer Ölen wie

  • Jojoba
  • Teebaum
  • Zitronengras
  • Lavendel
  • Myrtenheide
  • Patchouli
  • und Oregano

können Sie die Kopfhaut ihres Kindes sanft massieren. Bitte verwenden Sie keine billigen, sondern nur hochwertige, hundertprozentig reine Öle.

Leidet ihr Kind an Alopecia areata, ist es wichtig, das Immunsystem Ihres Kines zu stärken. Vermeiden Sie aggressive Medikamente und verbannen Sie nährwertarme Mahlzeiten wie Fertiggerichte und industriell verarbeitete Produkte (Kakao, Milchprodukte, Wurst, verpackte Backwaren, Süßigkeiten) vom täglichen Speiseplan – und schließen Sie dabei gleich die ganze Familie mit ein.

Ab sofort sollte eine gesunde und abwechslungsreiche Ernährung für Sie selbstverständlich sein.

  • Obst,
  • Gemüse,
  • Trockenfrüchte,
  • Kartoffeln
  • und Nüsse

sind gesund, machen satt und liefern jede Menge wichtige Nähr- und Vitalstoffe.

Kaufen Sie sich Bücher über gesunde Ernährung und lernen Sie, köstliche und gleichzeitig nährwertreiche Gerichte zu zaubern, für die sich auch Kinder begeistern.

Auch bei kreisrundem Haarausfall können Sie aktiv etwas für die Durchblutung der Kopfhaut tun. Eine Kopfmassage tut ihrem Kind nicht nur gut, der Duft der angewandten ätherischen Öle (wie beispielsweise von Lavendel, Zendernholz oder Thymian) verströmen ein angenehmes Gefühl von Behaglichkeit und Wohlbefinden.

Handelt es sich um Traktionshaarausfall, müssen Sie besonders behutsam vorgehen:

  • Nehmen Sie sich für das Kämmen oder Ausbürsten der Haare viel Zeit.
  • Haargummis sollten vermieden werden.
  • Entsorgen Sie schädliche Haarpflegeprodukte.
  • Kaufen Sie ein mildes Shampoo mit natürlichen Inhaltstoffen.

 

Hilfe bei Trichotillomanie

Leiden Sohn oder Tochter an Trichotillomanie, ist die kleine Seele gestresst und braucht besonders viel Zuwendung. Vor allem ist es wichtig Ihr Kind dazu zu bringen, das Reißen oder Drehen der Haare zu unterlassen. Geben Sie Ihrem Kind mehr Streicheleinheiten. Streicheln Sie es immer wieder sanft über den Kopf und versuchen Sie dabei, mit ihrem Kind ins Gespräch zu kommen.

Beobachten Sie es dabei ganz genau und versuchen Sie, durch ablenkende Handlungen ihr Kind daran zu hindern, die Hand zum Kopf zu führen. Hierzu werden Sie viel Geduld und Zeit brauchen. Die intensive Zuwendung wird Ihrem Kind bestimmt guttun. Bald werden sich erste Erfolge einstellen, das Ziehen wird weniger und hört bald ganz auf. Liegt das Problem tiefer, sollten Sie sich fachmännische Hilfe holen und Ihr Kind zu einer Therapie anmelden.

Haarausfall bei Kindern hat viele Gesichter – und ganz unterschiedliche Ursachen. Nehmen Sie das Problem unedingt ernst und warten Sie nicht zu lange. Je eher Sie sich dem Problem stellen, umso schneller können Sie mit der Problemlösung beginnen.

Und ganz wichtig: Im Zweifelsfall sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen!

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